Abstract von Jana Roschmann:

Workshop Wand-Graffiti á la Ndebele

 

Das Projekt mit dem Titel „Workshop Wand-Graffiti á la Ndebele“ findet im Rahmen einer interkulturellen Projektwoche einer Realschule in der Münchner Innenstadt statt. Im Zentrum der jährlich Anfang Juli stattfindenden Aktionswoche für die gesamte Schülerschaft steht in diesem Jahr das Kennenlernen unterschiedlicher Kulturen und die Vermittlung interkultureller Kompetenzen. Teil dieser Projektwoche ist der von mir angebotene  Workshop für 15 Mädchen der Jahrgangsstufen 5-10. An fünf Vormittagen lernen sie die Kunst- und Kultur der südafrikanischen Ndebele-Frauen kennen, bekommen Besuch von einer Ndebele-Künstlerin, erstellen Entwürfe, mischen Pigmentfarben an und gestalten als gemeinsames Projekt eine Wand im Schulcafe im Stil der Ndebele-Malerei. Zum Abschluss der interkulturellen Projektwoche findet ein Multi-Kulti-Fest mit allen Projektgruppen, die an dieser Woche beteiligt waren, statt. Hier wird musiziert, getanzt, gegessen und getrunken, und all das vor dem schönen Hintergrund der farbenfroh gestalteten Ndebele-Wand.

Es liegt in der Natur der Jugendlichen, dass sie provozieren wollen. Sie möchten experimentieren, an Grenzen stoßen, diese durchbrechen und letztendlich sich selbst finden.

Wandgraffiti ist eine sehr beliebte Technik bei den jungen Menschen, um auf sich selbst und auf Themen aufmerksam zu machen, die sie beschäftigen und damit auch Provokation hervorzurufen.

 

Im Rahmen des hier angebotenen Workshops haben sie die Möglichkeit, Graffiti in einer veränderten Form, nämlich der Wandmalerei mit Pigmenten und Acryl, in einem offiziellen Rahmen auszuprobieren und  in die Wandgestaltung durch Farbgebung und Symbole eigene Gefühle und Einstellungen einfließen zu lassen.

Das Malen mit Pigmenten fördert die Auseinandersetzung und das Verständnis für Farben und ermöglicht eine ganz individuelle Gestaltung.

So lernen die Schülerinnen, ihre Gefühle und Gedanken auf künstlerische Weise auszudrücken und finden vielleicht auch aus einer gewissen Sprachlosigkeit heraus. Die Konfrontation mit der Kunst der Ndebele-Frauen soll ihnen deutlich machen, welche Möglichkeiten Menschen nutzen, um Widerstand zu zeigen, Sprachlosigkeit zu äußern, Zeichen zu setzten und Lebensenergie fließen zu lassen. Der Prozess, der bei den Jugendlichen in dieser Woche in Gang gesetzt wird, fordert sie heraus, sich bewusst mit sich selbst und ihrem Umfeld auseinander zu setzen und selber Anteil daran zu nehmen.

 

Kontakt: janaroschmann@yahoo.de