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11. Gautinger Internet­Treffen

 "Gutes Netz ­Böses Netz"

Zwei sehr gegenläufige Entwicklungen kennzeichnen das Internet im Zeit­alter des web 2.0: Einerseits werden die Möglichkeiten von Information und Desinformation genossen und vielfältig eingesetzt: in Wahlkämpfen, als Kundenbindung und Nachrichten über dies und das. Auch das Weltwissen der Menschheit wird zunehmend digitalisiert und wird somit im Grunde leichter verfügbar. Aber gleichzeitig spitzt sich die Frage um die Kontrolle des Netzes weiter zu: Politisch werden nach Zugriffs­und Zensurmöglichkeiten gesucht, Google kauft alle wissenschaftliche Literatur auf, deren Urheberrechte erloschen sind. Wem gehört das Wissen und wer darf darüber verfügen ist eine Frage von umfassender politscher, rechtli­cher und wirtschaftlicher Bedeutung.

Gleichzeitig lässt sich eine andere Bewegung feststellen: die einer"parzel­lierten" Öffentlichkeit. Damit sind nicht obskure Freaks und merkwürdige Fans gemeint, son­dern die Inhalte, mit denen sich Jugendliche beschäftigen bzw. die sie selbser herstellen. Für viele Jugendliche stellt die Sphäre des Netzes einen Rückzugsraum dar, einen der wenigen Räume, in denen sie sich bewegen, tätig sein und abschotten können gegenüber erwachsener Kontrolle und Bevormundung.

Inhalte Entsprechend dieser Ausgangsbeschreibung wird es einerseits um die Behandlung von Fragen des Urheberechts gehen, um neue Politikformen, um "Zensur"­und Kontrollbegehrlichkeiten und ­möglichkeiten ­anderseits werden die derzeitigen Rückzugs­und Ausdrucksmöglichkeiten von Jugendlichen thematisiert. Ausgehend von der These, dass immer mehr reale Räume für Jugendliche seltener oder kontrolliert werden, wird das Netz gesehen als eine zeitgemäße Form der Identitätsarbeit Jugendlicher. Und wie alle Jugendkul­turen ist auch dieser Raum: schrill, kreativ, anstößig, grenzwertig ­aber unerläßlich, um erwachsen zu werden

Folgende Themen werden dezidiert behandelt:

  • Ergebnisse der Sozialisationsforschung von Jugendlichen im virtuellen Raum

  • Virtuelle Kommunikation schafft Realität (Netzpolitik)

  • Kulturflatrate

Darüber hinaus wird es das übliche unterhaltsam-lehrreiche Rahmenprogramm geben.

Zielgruppe: Medienpädagogen/innen, Mitarbeiter/innen aus Jugend­arbeit und Schule

Kooperation und Leitung

Albert Fußmann, Institut für Jugendarbeit, Jürgen Ertelt, IJAB - Fachstelle für InternationaleJugendarbeit Bonn, Hans-Jürgen Palme, Medienpädagoge, Leiter von SIN (Studio im Netz)

Organsisation: Eva Deibele

Beginn: Dienstag           16. März 2010   11:00 Uhr

Ende: Mittwoch              17. März 2010   17:00 Uhr

Beitrag:            95 Euro

 

 

 

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