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+++ SIN-Info 6/2016 +++ 

 

„Die neue Vermessung der Welt“
Sondernewsletter zum 18. Gautinger Internettreffen

Über die Bedeutung von Big Data, lernenden Technologien und Algorithmen wird derzeit intensiv diskutiert. Auch das 18. Gautinger Internettreffen am 21. und 22. März 2017 wird sich mit diesem Themenkomplex auseinandersetzen. Unser Tagungstitel lautet: „Die neue Vermessung der Welt. Digitale Selbstverteidigung oder Feudalismus 3.0?“
Wir werden vorab in drei Sondernewslettern auf die Fachtagung einstimmen und über Hintergründe zum Thema informieren.

 

„Wie die künstliche Intelligenz die Politik übernimmt und uns entmündigt“, das beschreibt die Essayistin, Juristin und IT-Unternehmerin Yvonne Hofstetter in ihrem neuen Buch: „Das Ende der Demokratie“. Beim Internettreffen wird sie den Einführungsvortrag halten.
Einen Einblick in Ihre Thesen gab sie in der Sendung „titel thesen temperamente“, der Beitrag ist online abrufbar. Zudem nahm sie kürzlich an einer Diskussionsrunde über die „Macht digitaler Konzerne“ teil, die ebenfalls als Video aufgezeichnet wurde. Dort erläuterte sie u.a., die sog. „Digital Natives“ hätten „in gewisser Weise resigniert und Eingriffe in die Grundrechte sowie die Privatsphäre akzeptiert, um an der neuen, vermeintlich sozialen Medienwelt teilzuhaben“. (Quelle: heise.de)

Als weitere Referentin können wir Anke Domscheit-Berg ankündigen. Die Publizistin, Netzaktivistin und Unternehmerin setzt sich u.a. für mehr Transparenz und Mitbestimmung in Wirtschaft und Politik ein. Warum sie auch digitale Mauern einreißen möchte, erläutert sie hier für das Goethe-Institut. In Gauting referiert sie über „Visionen einer neuen Medienkompetenz: Herausforderungen durch die digitale Revolution“. Dabei wird sie sich u.a. mit Berufen auseinandersetzen, die es heute noch nicht gibt, und mit der Frage, welche Kompetenzen wir heute unseren Kindern vermitteln müssen, damit sie auch in einer sich immer schneller verändernden Welt ihre Potenziale entfalten können.

Über die Bedeutung von Big-Data-Analytics in Wahlkämpfen wird seit langem diskutiert. Kürzlich machte ein Artikel über den Psychometrik-Experten Kosinski die Runde, dessen Analyse-Tool angeblich Donald Trump zum Sieg verholfen habe. Es gab jedoch einige kritische Stimmen, die hinterfragten, ob Big Data wirklich so mächtig sein kann, z.B. im WDR-Blog Digitalistan.
Beim Internettreffen wird sich Prof. Hans-Joachim Hof von der Technischen Hochschule Ingolstadt mit den Potentialen und Grenzen von Big Data auseinandersetzen.

Mit Blick auf das Wahljahr 2017 fürchten sich Politiker/innen vor Fake News, vermutlich werden bewusst lancierte Falschmeldungen eine große Rolle spielen. Das zeigen die Erfahrungen aus dem diesjährigen US-Wahlkampf, und die Vokabel „postfaktisch“ wurde nicht umsonst zum Wort des Jahres 2016 gekürt.
Prof. Jürgen Pfeffer von der Hochschule für Politik München an der TU München wird sich beim Internettreffen diesem Aspekt widmen. Er referiert über Stimmungsmache, Manipulationsmöglichkeiten und die Bedeutung von Fake News und Social Bots. Dazu war er auch beim „rbb-kulturradio“ zu Gast, das Gespräch gibt es hier zum Nachhören.

Mit dem Einfluss von Internetkonzernen, die mit Algorithmen und künstlicher Intelligenz arbeiten, beschäftigte sich eine lesenswerte Kolumne über „Maschinen, die Gutes tun – und Geld verdienen – sollen und dabei als Kollateralschaden dem Schlechten Vorschub leisten„.
Mit verantwortungsvoller Kommunikation und ethischen Maßstäben für Journalisten und Medienkonzerne beschäftigt sich Prof. Klaus-Dieter Altmeppen von der Kath. Universität Eichstätt-Ingolstadt. Er untersucht in einem aktuellen Forschungsprojekt das transnationale Verhältnis von Marktstrukturen und Medienmanagement. Wir freuen uns, ihn ebenfalls in Gauting begrüßen zu dürfen.

Mit medienpädagogischen Schlussfolgerungen aus der „Datafizierung des Lebens“ hat sich auch die GMK (Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur) auseinandergesetzt. Sie bilanzierte bei ihrer Jahrestagung: „Eine eigenständige und aufgeklärte Persönlichkeit und aktive gesellschaftliche Teilhabe lassen sich nicht allein durch Programmieren oder eine informatische Grundbildung fördern. Notwendig ist eine stärkere Vernetzung.“ Ein ausführliches Positionspapier der GMK und der Initiative „Keine Bildung ohne Medien“ ist online als PDF nachzulesen. Mitverfasser Niels Brüggen vom JFF (Institut für Medienpädagogik) wird sich bei unserer Tagung mit diesen pädagogischen Herausforderungen beschäftigen.

 

Daneben wird es beim Internettreffen wieder zahlreiche Praxisimpulse geben, die Ideen und Anregungen für die alltägliche Arbeit vor Ort liefern. Dabei geht es um Bildungsideen für das Internet der Dinge, Tipps zur Vermittlung einer digitalen Selbstverteidigung, E-Textiles & Wearable Technology, vernetzte Spielsachen im Kinderzimmer, Methoden und Materialien zu Big Data, den Mini-Computer Callilope, ein Alternate-Reality-Game zum Thema Überwachung und um Geheimhaltung im Zeitalter der Transparenz. Die Details zum Tagungsprogramm werden wir im Januar veröffentlichen.

Ein Anmeldeformular und weitere Details finden Sie unter gautinger-internettreffen.de. Auch auf unserer Facebook-Seite und im Twitter-Channel halten wir Sie über das #git17 auf dem Laufenden.

 

Weitere lesenswerte Artikel zu unserem Tagungsthema:

  • Das „Internet of things“ hält auch in Kinderzimmern Einzug: Immer mehr Spielzeuge sind vernetzt und ermöglichen eine Kommunikation mit den Kindern. Verbraucherschützer jedoch warnen vor diesen Geräten und demonstrieren im #ToyFail-Video eindrucksvoll die Licht- und Schattenseiten dieser Technik.
  • Smartwatches und Fitnesstracker sind nicht nur praktische Assistenten, sondern ermöglichen auch permanente GPS-Überwachung und Datenhandel. Deutsche Datenschützer attestieren nach einem Test, dass “ kein Gerät die datenschutzrechtlichen Anforderungen vollständig erfüllt“. Einen weiteren Artikel über das Geschäft mit Vitaldaten gab es bei der NZZ.
  • Ende November sorgte der Hacker-Angriff auf Telekom-Router für Schlagzeilen. Hierbei wurde deutlich, dass die heutigen Sicherheitsstandards im „Internet der Dinge“ offensichtlich zu gering sind und deshalb Mitverantwortung für die Verwundbarkeit unserer Infrastrukturen tragen. Über die Verschärfung der Sicherheitsmaßnahmen wurde daher intensiv diskutiert.

 

Das 18. Gautinger Internettreffen ist eine Veranstaltung von:
– Bundeszentrale für politische Bildung/bpb
– Institut für Jugendarbeit, Gauting
– Referat für Bildung und Sport der LH München/Pädagogisches Institut
– SIN – Studio im Netz e.V.

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Das Gautinger Protokoll Nr. 42 (Dokumentation des Fachgespräch historisch-politische Bildung zum Thema „Flucht und Vertreibung“) wird in der Fachöffentlichkeit positiv zur Kenntnis genommen. Das freut uns.

http://lernen-aus-der-geschichte.de/Lernen-und-Lehren/content/12791

Die Dokumentation kann für 6 Euro bei uns bestellt werden (oppel@institutgauting.de )

 

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11 neue Anti-Gewalt Trainer/-innen zertifiziert

Anfang Februar 2016 feierten die 11 Teilnehmer/-innen der 1,5-jährigen Zusatzausbildung AGT / KRT (Anti-Gewalt-Training / Konfrontatives-Ressourcen-Training) ihren erfolgreichen Abschluss. In einer Feierstunde wurden die Zertifikate überreicht. In der ersten Reihe von rechts das Ausbilderteam mit Prof. em. Günther Schatz, Andre Braun, Ute Kolb und Christoph Budde.
Die Zusatzausbildung vermittelt theoretische und praktische Kompetenzen zur Arbeit mit gewaltbereiten Jugendlichen. Dabei wird der konfrontative Ansatz mit einer ressourcenorientierten Sichtweise ergänzt.
Das Institut für Jugendarbeit des BJR bietet diese Qualifikation seit 2002 in bewährter Kooperation mit dem Institut für konfrontative Handlungslehre an. Die inzwischen fast 100 Absolvent/innen werden regelmäßig zu Follow- up Veranstaltungen ins Institut für Jugendarbeit eingeladen.
Ein neuer Durchgang startet im November 2016.
Weitere Infos zum Kurs finden sich unter:
www.institutgauting.de/seminare/anti-gewalt-training-2/

 

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Neu erschienen

Soeben sind die „Qualitätsstandards in der Erlebnispädagogik“ als Handlungsempfehlung des BJR für die Planung und Durchführung von erlebnispädagogischen Maßnahmen in der Jugendarbeit erschienen. Sie wurden von Experten in der Jugendarbeit in Abstimmung mit den Fachsportverbänden und unter Koordination des Instituts für Jugendarbeit erstellt und können ab sofort bestellt werden bei:

Sabine Reis
bestellung.publikationen@bjr.de
Tel. 089/514 58 44
Anliegen und Ziel dieser Handlungsempfehlung ist es, Personen eine fachliche Einschätzung zu ermöglichen, die in verantwortlicher Position erlebnispädagogische Maßnahmen genehmigen oder befürworten müssen. Sie kann jedoch auch für Leiter/-innen von Maßnahmen in den Handlungsfeldern Wasser, Bergwandern, Höhle, Klettern, Moutainbike und Seilaufbauten/Seilgärten als eine Art Checkliste zur Vorbereitung und Durchführung verwendet werden. Auch alle wesentlichen rechtlichen Aspekte für die Planung und Durchführung von erlebnispädagogischen Maßnahmen sind in der Publikation enthalten.
Manfred Huber, Institut für Jugendarbeit

 

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Grünes Licht 

für den Berufsbegleitenden Bachelor Studiengang „Jugendarbeit und Bildung“

Der berufsbegleitende Bachelor-Studiengang „Soziale Arbeit mit dem Schwerpunkt Jugendarbeit wird zum Wintersemester 2015/16 wieder neuaufgelegt. Dieser Studiengang ist ein Kooperationsprojekt des Instituts mit der Schule Kempten, weitere Informationen und Bewerbungsunterlagen gibt es über die Webseite der Hochschule, das Portal zur Einschreibung wird vom 1. April bis zum 15. Juli 2015 geöffnet sein.

 

Theater

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Die glücklichen Absolventen und ihre Leiter! — mit Hermann J. Vief, Per Scenario, Andreas Kammerloher, Nicole Wehrmann, Andreas Satzinger, Anna Lila, Heinz Ostermeier, Johannes Gessner, Juniper Vox, Daniela Garbe, Naraya Chii, Marlene Wagner-Müller und Anja Lingen-Porsch hier: Institut für Jugendarbeit, Gauting.
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20 Sozialbetriebswirt/innen zertifiziert

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Ende Februar 2014 feierten 20 Absolvent/innen den erfolgreichen Abschluss der zweijährigen Zusatzausbildung. Im Rahmen einer Feierstunde erhielten sie ihre Zertifikate von Prof. Dr. Bernhard Lemaire von der Katholischen Stiftungsfachhochschule (KSFH, im Bild ganz rechts) München und Dr. Ralph Neuberth vom Institut für Jugendarbeit, der den Kurs die zwei Jahre begleitete (zweiter von rechts).
Die Zusatzausbildung vermittelt betriebswirtschaftliches Knowhow und bietet zugleich Raum für die Weiterentwicklung der eigenen Führungskompetenzen. Sie bietet damit das ideale Rüstzeug für verantwortliche Positionen in sozialen Organisationen.
Das Institut für Jugendarbeit des BJR bietet diese Qualifikation seit 1996 an, in bewährter Kooperation mit der KSFH. Die inzwischen 180 Absolvent/innen schätzen als besondere Markenzeichen der Gautinger Ausbildung den überzeugenden Theorie-Praxis-Transfer und die intensiven Lernmöglichkeiten in und mit der Gruppe.

Weitere Infos zum Kurs finden sich unter: http://www.institutgauting.de/seminare/sozialbetriebswirtin-if/

 

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„Schatten der Nacht“ –

 

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unter diesem Titel erarbeiten die Absolventen der Zusatzausbildung Theaterpädagogik eine szenische Collage, die am 5. Oktober 2013 im Kulturhaus „bosco“ in Gauting vor mehr als hundert begeisterten Zuschauern aufgeführt wurde. Ein Kaleidoskop der Nacht wurde in dreitägiger Probenarbeit als gemeinsame Gruppeninszenierung entwickelt: Mal heiter, mal ernst, mal bedrohlich, mal poetisch