19. Gautinger Internettreffen

"Digital ist besser?!
Goldene Zeiten für Medienpädagogik, oder: Der Hype um digitale Bildung."

Montag, 12. März 2018 | 14:00 Uhr bis
Mittwoch, 14. März 2018 | 14:00 Uhr

Ohne digitale Bildung und Medienkompetenz ist keine Bildung für die Zukunft mehr denkbar – endlich, so scheint es, ist diese Botschaft angekommen. Wurden Internet und Computerspiele zunächst als Spielerei, Freizeitbeschäftigung oder Jugendkultur wahrgenommen, so verändert sich dies rasant. Sprach die Kanzlerin vor drei Jahren zur Eröffnung der CEBIT noch vom Internet als „Neuland“ so sprach sie aktuell davon, dass das Internet „alles“ verändere: die Wirtschaft, die Politik, das Sozialleben.

In allen Bundesländern gibt es aktuell eine Vielzahl von Medienbildungsinitiativen: von Kindergarten über Schule, Jugendarbeit, beruflicher Ausbildung, Studium und Weiterbildung. Die bestehenden Einrichtungen sollen ihre Angebote anpassen, eigene Fortbildungseinrichtungen werden gegründet und eine Vielzahl von Förderprogrammen mit unterschiedlichen Zielen oder Zielgruppen werden aufgelegt. Dabei sind die Begrifflichkeiten wie „Medienkompetenz“, „Medienbildung“ oder „digitale Bildung“ oft nicht eindeutig und trennscharf definiert, sondern drohen, zu beliebigen Worthülsen zu verkommen. Es gilt also, die über Jahrzehnte hinweg etablierten Konzepte in die Waagschale zu werfen und sich bei der (Neu-)Definition von „Medienpädagogik“ aktiv einzubringen

Inhalte

Das 19. Gautinger Internettreffen will sich folgenden Fragen stellen:
Gibt es digitale Bildung ohne Medienkompetenz?
Ist der aktuelle Hype um Medienbildung nur Wahlkampf?
Wie konstituiert sich Lernen und Bildung in und mit den digitalen Medien?
Was bedeuten die vier Dimensionen der Medienkompetenz von Dieter Baacke heute?
Wie wirkt sich die zunehmende Visualisierung der Kommunikation auf das Lernen aus?
Wie sehen erfolgversprechende digitale Lernarrangements aus?
Auf welche Weise erfolgt Lernen in den Jugendmedienkulturen?

Methoden

Das diesjährige Gautinger Internettreffen findet erstmals an drei Tagen statt und widmet sich an jedem Tag einem unterschiedlichen Alter der Zielgruppen und ihrer Bildungsinstitutionen.

Am ersten Tag geht es schwerpunktmäßig um das Lernen in den Kindertagesstätten, und damit um Fragen wie: Tablet und Teddybär – wo liegen die Chancen, was sind die Bedenken? Welche Kenntnisse brauchen Erzieher/innen und wie sieht ihre pädagogische Rolle aus?

Am zweiten Tag rücken die Jugendarbeit und die Schule in den Fokus: Wie passen Whiteboards und Handyverbot zusammen? Wie passt Medienpädagogik in den Lehrplan? Wie verändert sich die Kommunikation untereinander? Wie können Bezugspersonen Social Media mit Kindern und Jugendlichen nutzen? Stellt Programmieren die vierte Kulturtechnik dar oder geht es vielmehr um ethische und soziale Fragen?

Schließlich geht es am dritten Tag um Veränderungen im Studium, beruflicher Bildung und lebenslangem Lernen. Damit rücken auch Fragestellungen der digitalen Jobwelt und Robotik in den Vordergrund: Welches Wissen und welche Kompetenzen sind zukunftsträchtig? Wie sieht das lebenslange Lernen angesichts der Dynamik von Veränderungen und Innovationen aus?